Ilsemargret Luttmann

FASHIONABLE  TRADITIONS

Scherenschnitt und Malerei

Die Arbeiten treten in einen Dialog mit den Inszenierungen und Selbstrepräsentationen von AfrianerInnen auf dem Kontinent und in der Diaspora.

Vernissage: Freitag, 27. November 2026 um 18 Uhr

Begrüßung: Gerda Freytag-Permien

Einführung: Liselotte Hermes da Fonseca

Musikal. Untermalung: Afrobeat

AUSSTELLUNSDAUER:

27. November  bis 02. Januar 2027

Öffnungszeiten: Fr, Sa 16:00 – 18:00 Uhr und nach Vereinbarung

Lesung einer afrikan. Kurzgeschichte, Führung:

  1. Dezember, 15 Uhr
  2. Dezember, 15 Uhr

Finissage mit Afrobeat am 02. Januar 2027, 15 Uhr

info@kunstkreis-schenefeld.de

ORT: in der Galerie im Stadtzentrum Schenefeld

Ausstellungskonzept: Styling
In meiner künstlerischen Arbeit beschäftige ich mich mit Begegnungen zwischen Afrika und Europa auf der Ebene des Blickes. Wie sehen wir AfrikanerInnen? Wie zeigen Sie sich uns? Wie inszeniere sie sich in Bezug auf den globalen Blick? Dabei spielt das sogenannte Styling eine zentrale Rolle. Das ist ein Begriff, der in der Wissenschaft benutzt wird, um die spezifischen Kleidungspraktiken zu definieren, die sich von Mode unterscheiden. Zum Styling gehört die Assemblage, das Fluktuierende und vor allem das Performative. Es geht nie um einen bestimmten Geschmack, sondern um die Fähigkeit, sich in einem bestimmten Kontext selbstbestimmt sichtbar zu machen und durch die gelungene Komposition von Kleidung, Accessoires, Körperbewegungen zu glänzen, zu bestechen, zu verführen. AfrikanerInnen und Menschen der afrikanischen Diaspora lavieren zwischen Anpassung und Anerkennung durch den Mainstream auf der einen Seite und der Betonung der Differenz, der Produktion von Überschuss, die rebellisch, subversiv, ironisch sein kann, auf der anderen Seite. Während wir im Sinne der christlichen Normen seit der Aufklärung zum Understatement erzogen wurden, geht es beim Styling um das Übertreiben, die zu mehr Sichtbarkeit führen soll. Die Unterscheidung von außen und innen, die wir praktizieren und die mit einer Abwertung der Oberfläche als oberflächlich einhergeht, gilt so in Afrika nicht. In afrikanischen Gesellschaften werden der Körper und die textile Oberfläche als zentrale Kulturressource eingesetzt und als Strategie des individuellen und kollektiven Empowerments genutzt.
Ich lasse mich inspirieren von dem vielfältigen visuellen Material aus den sozialen Medien, der afrikanischen Kunstfotografie und meinem eigenen Fotoarchiv, das ich mir im Laufe der Jahrzehnte während meiner Langzeitreisen aufgebaut habe.
Meine Bilder stellen eine Kombination aus Malerei, Schablonendruck, Paper Cuts und Collage dar.